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Systeme für Freifallsimulatoren

Es gibt drei Grundsysteme für Freifallsimulatoren, die sich nach ihrem Luftführungs-
system unterscheiden:

  • Geschlossene Vertikalwindtunnel, die die Luft in einer ringförmigen Luftführung rezirkulieren („Recirculator“).
  • Offene Vertikalwindtunnel, deren gerade Luftführung die Luft am unteren Ende von aussen ansaugt und am oberen Ende wieder in die Umgebung ausstösst
    („Open-flow“).
  • Outdoor-Anlagen, bei denen sich ein offener Flugbereich oberhalb eines netzüberspannten Gebläses befindet und der Flieger durch einen Kissenrand vor Verletzungen geschützt wird.

Recirculator haben eine ringförmige Luftführung. Die nach der Flugkammer vom Diffusor aufgenommene Luftströmung wird den Gebläsen wieder zugeführt. Vorteil des geschlossenen Systems ist die Unabhängigkeit von Wind und Wetter und der deutlich geringere Schallpegel.

Die Anlage kann ganzjährig bei jeder Witterung, insbesondere unabhängig von den Außentemperaturen betrieben werden. Gute Recirculator können aufgrund des geringeren Schallpegels auch in der Nähe von Wohngebieten betrieben werden.

Der Luftstrom in geschlossenen Systemen ist turbulenzfreier als bei anderen Freifallsimulatoren, so dass die Anlage für Entertainment und Pro-Flyer gleichermassen geeignet ist. Die Freifallsimulation erfolgt zu realistischen Bedingungen. Der erste Recirculator weltweit wurde 2005 eröffnet. Inzwischen gibt es vier nennenswerte Hersteller geschlossener Vertikalwindkanäle weltweit.

Recirculator aussen, Recirculator mit Peter
Bottrop, Deutschland


Eloy, Arizona, USA
Eloy, Arizona, USA
Open-flow Systeme haben eine nach beiden Seiten offene Luftführung. Bei diesen Systemen wird Luft aus der Umgebung angesaugt, strömt durch die Flugkammer und wird am oberen Ende des Kanals wieder ins Freie ausgestoßen. Durch die offene Bauweise sind diese Anlagen wetteranfällig und geräuschintensiv. Wind, Regen, Außentemperaturen, Staub und Dreck können den Flugbetrieb beeinträchtigen. Nur in Regionen mit geringen Aussentemperaturunterschieden ist ein Ganzjahresbetrieb möglich. Aufgrund des Schallpegels sind Bau- und sonstige Genehmigungen häufig nur in entlegenen Gebieten oder unter hohen Auflagen erhältlich. Der Vorteil der Open-flow Systemegegenüber einem Recirculator besteht in den niedrigeren Baukosten. Das erste Open-flow System wurde 1998 eröffnet. Nach unserer Kenntnis gibt es weltweit nur einen Hersteller.


Outdoor-Anlage
Rümlang, Schweiz
Outdoor-Anlagen sind die Variante mit den geringsten Baukosten. Es gibt sie als mobile und stationäre Anlagen. Outdoor-Anlagen haben keine Luftführung im klassischen Sinne. Der offene Luftstrom wird durch ein netzüberspanntes Gebläse erzeugt, das die Luft in den offenen Flugbereich strömen lässt. Beim Herausfallen aus dem Luftstrom werden die Personen durch einen Kissenrand geschützt. Die Verletzungsgefahr ist hier deutlich höher als bei Indoor-Systemen. Eine Schalldämmung ist nur sehr begrenzt möglich. Die Geräuschentwicklung einer Outdoor-Anlage beträgt >120db. Outdoor-Anlagen sind in erheblichem Maße wetterabhängig und in der Regel Saisonbetriebe. Der Betrieb von Outdoor-Anlagen ist äußerst energieintensiv. Keine der weltweit existierenden Anlagen erreicht ausreichende Luftgeschwindigkeiten für Freefly-Training. In der Regel ist ein Fliegen nur mit übergrossen Spezialanzügen und nur auf dem Bauch möglich. Starke Turbulenzen können im offenen Luftstrom nicht verhindert werden. Dies erschwert das Fliegen und hindert professionelles Training weitgehend. Outdoor-Anlagen simulieren den Freifall nicht in realistischer Weise. Die erste Outdoor-Anlage wurde in den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts entwickelt. Da diese Anlagen nicht Technolgie-getrieben sind, gibt es eine Vielzahl von Herstellern.